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Weser Kurier: Bürogebäude mit Wohlfühlcharakter

Lilienthal, 23. Juni 2021 - Am 27. Juni findet der Tag der Architektur in Niedersachsen und Bremen statt. Mit dabei ist auch das von uns errichtete Bürogebäude der Firma John Becker Ingenieure aus Lilienthal.

  • Das Bürogebäude der Firma John Becker Ingenieure in Lilienthal ist am Tag der Architektur zu besichtigen. CARMEN JASPERSEN

Weser Kurier: Bürogebäude mit Wohlfühlcharakter

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Bürogebäude mit Wohlfühlcharakter
John Becker Ingenieure präsentiert am Tag der Architektur seinen Neubau im Gewerbegebiet

 

Lilienthal. In Niedersachsen und Bremen findet am 27. Juni der Tag der Architektur statt. 130 Objekte an 55 Orten werden an diesem Sonntag der Öffentlichkeit präsentiert. Mit dabei ist auch die Firma John Becker Ingenieure aus Lilienthal. Im Gewerbegebiet Moorhausen hat das rund 100 Mitarbeiter zählende Ingenieurbüro samt der zur Unternehmensgruppe gehörenden Reon AG vor knapp zwei Jahren seinen neuen Stammsitz bezogen. Der quaderförmige Neubau mit seinen großen Fenstern und dem dunklen Klinker wirkt unaufdringlich-elegant. Modern ist jedoch nicht nur das Äußere, sondern erst recht die Technik, die dort zum Einsatz kommt. Wer in den vergangenen Wochen durch den Neubau in der Straße Zur alten Wörpe gegangen ist, hat schnell gemerkt, dass von der Hitze draußen nichts zu spüren ist. Schläuche in Decken und Fußböden, durch die Wasser fließt, sorgen dafür, dass die Büros im Sommer kühl bleiben – und im Winter niemand friert. Eine Wärmepumpe und Sonden, die an 20 Stellen auf dem Grundstück in die Erde versenkt sind, machen es möglich. Den Strom für die Pumpen liefert wiederum zum Großteil die Fotovoltaikanlage mit einer Höchstleistung von 100 Kilowatt auf dem Dach. Sie versorgt auch die Ladestationen für die Elektroautos, die zum Fuhrpark der Firma gehören. Das Konzept kommt nicht von ungefähr: Die Becker-Ingenieure sind auf die Bereiche Wasser und Energie spezialisiert und so ist auch ihr Antrieb zu verstehen, beim eigenen Haus mit gutem Beispiel voranzugehen.
Stichwort: erneuerbare Energien.
„Es wird viel darüber geredet, was machbar ist. Es aber umzusetzen, war noch mal eine große Herausforderung“, sagt Firmenchef Tom Becker. Dazu zählt er vor allem den Kraftakt, der nötig war, um die Genehmigung für die knapp unter 100 Meter tiefen Bohrlöcher zum Anzapfen der Erdwärme zu erhalten. „Wenn ich nicht so für das Thema brennen würde, hätte ich wahrscheinlich irgendwann die Reißleine gezogen. Aber ich wollte es unbedingt“, sagt er. Im Nachhinein ist Becker froh, durchgehalten zu haben. Um bei der Stromversorgung noch unabhängiger zu werden, schmiedet er bereits neue Pläne: Die Firma will große Speicher bauen lassen, die mit dem selbst produzierten Strom vom Dach gespeist werden und dann als Puffer zur Verfügung stehen. Selbst Strom zu erzeugen, ist günstiger als der Zukauf. Doch die neuen Speicher könnten auch im Notfall wichtig werden, um den Betrieb am Laufen zu halten. Die Becker-Ingenieure befassen sich in ihrer täglichen Arbeit auch mit der sogenannten kritischen Infrastruktur und vorbeugenden Maßnahmen gegen einen Blackout. „Dort sehen wir, wie knapp wir manchmal an einem totalen Stromausfall vorbeischlittern“, sagt Becker. Um in solchen Fällen Schaden von der Firma abzuwenden, soll nun der Speicher her. „Mein Ziel ist, dass wir 72 Stunden ohne Strom von außerhalb auskommen.“ Bei allem Eifer: Der Einbau der neuesten Technik ist für das Ingenieurbüro kein Selbstzweck gewesen – es ging für den Unternehmenschef vor allem darum, mit dem neuen Gebäude gute Arbeitsplatzverhältnisse für die Beschäftigten zu schaffen. „Die Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen. Immerhin verbringen wir die meiste Zeit des Lebens im Büro. Wir pflegen hier ein gutes Miteinander“, sagt Tom Becker. Im Gebäude gibt es Zweier-Büros, aber auch mehrere Team-Büros für eine größere Anzahl von Mitarbeitern wurden geschaffen. Und braucht jemand mal absolute Ruhe für seinen Job, dann stehen als „Think-Tanks“ auch kleine Einzelbüros zur Verfügung, die je nach Bedarf gebucht werden können. In die Abteilung „Wohlfühlen“ gehört auch, dass es im Bürogebäude einen Tischkicker- Raum gibt, im Haus ein Bistro mit großer Küche eingerichtet wurde oder aber draußen auf dem Hof für die Pause eine Bocchia-Bahn zur Verfügung steht. Neueste Errungenschaft ist das Hochbeet, auf dem die Belegschaft selbst Kräuter ziehen kann. Alles in allem hat das Unternehmen rund 5,5 Millionen Euro in den Neubau investiert. Im Gebäude ist auch die Reon AG beheimatet, die zur John Becker-Gruppe gehört.

von Lutz Rode

Bauherr
John Becker Ingenieure

Bauzeit
4/2018 - 12/2019

Bauvolumen
2.350 M²

Leistungsphasen
1- 8

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